Betriebsgebäude Süd
Betriebsgebäude
Im Betriebsgebäude Süd befinden sich die Büro- und Sozialräume für die Mitarbeiter sowie
die Werkstätten und die Schaltwarte.
Rechenanlage
Vorreinigung
Die Vorreinigung des auf der südlichen Neckarseite anfallenden Abwassers erfolgt analog zur
Vorreinigung im Klärwerk Nord. Rechenanlage, Sandfang, Containerstation und
Abluftbehandlungsanlage mit Wärmerückgewinnung sind ebenfalls eingehaust. Das
vorgereinigte Abwasser wird im Anschluss mittels 4 Propellerpumpen durch den Neckardüker
zur weiteren Abwasserreinigung nach Klärwerk Nord gepumpt.
Abluftreinigung
Die Behandlungsstufen Vorreinigung, Voreindickung und Entwässerung sind mit
Abluftreinigung ausgestattet. Die Schlammfaulung ist ein anaerober Prozess, so dass sich
eine Abluftwäsche erübrigt.
Regenwasserbehandlung
Die Entwässerung im Verbandsgebiet erfolgt als Mischkanalisation, d.h. Regen- und
Schmutzwasser werden gemeinsam abgeleitet. Eine anteilige Regenwasserbehandlung
der Verbandsmitglieder Heidelberg und Eppelheim erfolgt im Klärwerk Süd.
Hierzu betreibt der Abwasserzweckverband 4 Regenüberlaufbecken mit insgesamt
10.000 m³ Volumen.
Maschinelle Überschussschlammeindickung Entwässerungszentrifuge
Schlammbehandlung
Die Schlammbehandlung umfasst die Voreindickung, Schlammfaulung, Nacheindickung und
Entwässerung. Der Rohschlamm wird vor der weiteren Behandlung voreingedickt, der
Primärschlamm aus der Vorklärung statisch in zwei Voreindickern, der Sekundärschlamm aus
der Biologie mechanisch mittels zwei Eindickzentrifugen. Die Schlammfaulung erfolgt anaerob
mesophil, d.h. ohne Sauerstoff bei 37°C in drei Faulbehältern à 2.500 m³.
Neu gebaut ist eine Hochleistungsfaulung zur Verbesserung des Ausfaulgrades und der
Methangasausbeute. Die Hochleistungsfaulung ist der bestehenden Faulung vorgeschaltet.
Das anfallende Klärgas wird von den Stadtwerken energetisch genutzt. Der ausgefaulte und
im Volumen reduzierte Faulschlamm wird vor der Entwässerung in die Nacheindicker gegeben.
Von den 4 Nacheindickern mit jeweils 675 m³ Volumen dienen 3 zur Eindickung und als
Vorlagebehälter zur folgenden Schlammentwässerung, einer wurde als Filtratspeicher
umfunktioniert. Die Entwässerung des ausgefaulten Schlammes erfolgt mittels zweier
Hochleistungszentrifugen. Hier wird ein Entwässerungsgrad durch Zugabe von Polymeren von
ca. 4 auf ca. 27 % TS erreicht. Der so entwässerte Schlamm wird in einem Silo
zwischengelagert, auf LKWs verladen und zur Verbrennung transportiert. Die entwässerte Klärschlammmenge beträgt ca. 15.000 Tonnen pro Jahr.
Hochleistungsfaulung - Heidelberger Verfahren
Hochleistungsfaulung
Die Hochleistungsfaulung ist seit Oktober 2001 in Betrieb. Sie ist den bestehenden Faultürmen vorgeschaltet. In Heidelberg wurde erstmals eine von der Fraunhofergesellschaft entwickelte Hochlastvergärung in eine herkömmliche Schlammfaulung integiert. Mit einer Verweilzeit von 5 Tagen und einer organischen Raumbelastung zwischen 7 und 10 kg organischer Trockensubstanz oTS / (m³d) wurde allein in der Hochlaststufe ein Abbaugrad zwischen 37 und 48 % erreicht, womit der Gesamtabbaugrad zwischen 54 und 58 % liegt.
Dadurch wurden Einsparungen con ca. 350.000 € pro Jahr allein bei den Schlamm-
entwässerungs- und den Schlammentsorgungskosten erzielt.
Im Gegensatz zu der Altanlage ist darüber hinaus die Hochlaststufe seit Inbetriebnahme
stabil, betriebssicher und ohne Schaumprobleme zu betreiben.
Flockungsmitteldosierstation
Schlammentwässerungsgebäude
Prozesswasserbehandlung
Demon-Anlage Heidelberg
Um die Stickstoffablaufwerte langfristig zu senken und den gesamten Klärprozess zu
stabilisieren, hat sich der AZV Heidelberg entschieden, das Prozesswasser der Schlamm-
behandlung im Klärwerk Süd separat zu behandeln. Als Ergebnis einer öffentlichen
Ausschreibung, die gemeinsam mit dem Büro Atemis aus Aachen erstellt wurde, kam es zur
Realisierung des DEMON-Verfahrens, als wirtschaftlichstes und zugleich äußerst
ökologisches Verfahren.
Das DEMON-Verfahren, basierend auf dem Patent der Firma Cyklar Stulz, nutzt den
Stoffwechselprozess der Deammonifikation, bei dem Ammonium mit Nitrit direkt zu
molekularem Stickstoff umgesetzt wird. Für diesen Stoffwechselvorgang sind einige
Eigenschaften des Prozesswassers wie die hohe Temperatur und hohe Ammonium-
Konzentrationen vorteilhaft. Um den Prozess optimal zu gestalten, werden die Reaktoren
intermittierend belüftet. Im Vergleich zu anderen biologischen Verfahren der Stickstoff-
elimination im Prozesswasser zeichnet sich die Deammonifikation dadurch aus, dass das
Verfahren ohne die Zugabe von externer Kohlenstoffquelle abläuft und einen deutlich
reduzierten Energiebedarf hat.
Mit diesem neuen Verfahren können jährlich bis zu 1.200 to Kohlendioxid-Emission
eingespart werden. Dies entspricht in etwa der Emission eines Mittelklassewagens,
die auf einer Fahrstrecke von 8,3 Millionen Kilometer anfallen würde.
Charakteristische Anlagengrößen
Reaktorvolumen 2 x 550 m³
Installierte Gebläseleistung 2 x 480 Nm³/h
Technische Daten
Durchsatz (Auslegung) 320 m³/d
Durchsatz (maximal) 480 m³/d
Ammonium-Stickstoff im Zulauf 1.050 mg/l
Gesamt-Stickstoff im Ablauf < 150 mg/l
Ergebnis der Leistungsfahrt
mittl. spez. elektr. Energiebedarf: 1,3 kWh/m³
Reinigungsleistung Nges: 86%
Reinigungsleistung (NH4-N): 90 %
Faulgasnutzung
Das in der Faulung anfallende Klärgas wird in einem Blockheizkraftwerk verwertet. Durch die
Kraft-Wärme-Kopplung wird eine höhere Effizienz erreicht. Bei der Erzeugung von ca. 3,5 MWh
Strom pro Jahr fallen rund 18 MWh Wärme an, die als Heiz- und Prozesswärme zu Verfügung
stehen. Das Blockheizkraftwerk wird von der Stadtwerke Heidelberg AG betrieben.
Schlammverwertung
Durch intensive Untersuchungen und Beratungen der Einleiter durch die Abwasserüberwachung
ist es gelungen, die Schadstoffbelastung im Klärschlamm so gering zu halten, dass die
Grenzwerte der Klärschlammverordnung deutlich unterschritten sind. Der Klärschlamm wird in entwässerter Form der Verbrennung zugeführt.
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