Betriebsgebäude Nord
Betriebsgebäude
Im Betriebsgebäude Nord sind die Verwaltung, die Mitarbeiter des Klärwerksbetriebes und der
Abwasserüberwachung mit den dazugehörigen Büro- und Sozialräumen untergebracht. Das
Abwasserlabor befindet sich in einem separaten Anbau, die Werkstätten und die Schaltwarte
direkt im Betriebsgebäude.
Schaltwarte Rechenanlage
Vorreinigung
Ein Drittel des Abwassers fällt im nördlichen Einzugsgebiet des Neckars an. Dieses Wasser
wird in der Vorreinigungsanlage mechanisch vorgereinigt. Die Vorreinigung umfasst das
Einlaufhebewerk sowie die Rechen- und Sandfanganlage. Um Geruchsbelästigungen
vorzubeugen, sind diese Anlagenteile in einem geschlossenen Bauwerk mit Abluftbehandlung
untergebracht. Das ankommende Abwasser liegt wesentlich tiefer als das Klärwerk. Im
Einlaufbauwerk heben insgesamt drei Schneckenpumpen das Abwasser ca. 7 m, bevor die
eigentliche Reinigung beginnt.
Die Rechenanlage
Die Rechenanlage besteht aus zwei automatischen Rechen, einer Rechengutförderung,
Rechengutwaschpresse und Rotostrainer. An dem Rechen werden Grobstoffe, wie z.B.
Papier, Lumpen u.ä., zurückgehalten. Die Förderanlage transportiert diese zur Auswaschung
der Organik und zur Entwässerung zur Waschgutpresse, bevor das Rechengut in bereit
stehende Container abgegeben wird.
Sand-, Öl- und Fettfang
Der Sandfang
Der Sandfang hat zwei Funktionen. Er muss dem Abwasser die anorganischen Bestandteile,
wie Sand sowie die öl- und fetthaltigen Stoffe, entziehen. Dies geschieht durch Einblasen von
Luft. Der Sand setzt sich ab, Fette und Öle schwimmen auf und beides kann entfernt werden.
Während die Öle und Fette über den Rotostrainer in die Waschgutpresse transportiert werden,
wird der Sand in der Sandaufbereitungsanlage so gereinigt, dass er für Baumaßnahmen wieder
eingesetzt werden kann. Der Betrieb der Containerstation ist vollautomatisch. Das
ausgewaschene Rechengut wird in die Container gebracht. Die vollen Container werden mit
LKWs abgeholt und der Inhalt entsorgt.
Nachklärbecken mit Rezirkulationspumpen
Belebungsbecken Nord
Gebläsestation mit Steuereinheit
Abwasserreinigung
Die Abwasserreinigung erfolgt in vier Beckenstraßen mit jeweils 2 Vorklärbecken,
2 anoxischen Zonen, 4 Belebungs- und Nachklärbecken. Die Vorklärbecken sind
Rechteckbecken mit diskontinuierlich arbeitenden Räumern für Boden- und
Schwimmschlamm. Die anoxischen Zonen sind als Schleifenbecken ausgeführt. Neben der
Stickstoffentfernung erfolgt auch eine simultane biologische Phosphorelimination. Der interne
Kreislauf und die Rücklaufschlammzugabe erfolgen in diese Becken. In den Belebungsbecken
werden die organischen Schmutzstoffe durch Mikroorganismen abgebaut und der
Ammoniumstickstoff in Nitrat umgewandelt. Die hierzu benötigte Luft wird über Belüftungsdome
gleichmäßig über die Becken verteilt. Die Lufterzeugung erfolgt in der Gebläsestation durch 4
Turboverdichter mit jeweils 15.000 Kubikmeter Stundenleistung. In der Nachklärung wird der
Belebtschlamm vom gereinigten Abwasser getrennt. Er setzt sich ab und wird durch
Bandräumer abgezogen. Der eingedickte Belebtschlamm wird in die Biologie zurückgeführt,
der Überschussschlamm zur Schlammbehandlung gepumpt. Die Zugabe von Eisensalzen zur
Unterstützung der biologischen Phosphor-Elimination erfolgt über die Fällmittelstation in den
Rücklaufschlamm. Das gereinigte Abwasser fließt über das Auslaufbauwerk in den Neckar.
Rohrkeller mit Druckluftverteilung für die Belebungsbecken
Rohrkeller
Im Rohrkeller sind die Rohschlammpumpen und der Wärmetauscher mit Wärmepumpe
untergebracht. Die Rohschlammpumpen fördern den Frischschlamm durch den Neckardüker
ins Klärwerk Süd zur weiteren Schlammbehandlung. Die Rückgewinnung der Wärmeenergie,
die durch Luftkompression der Turboverdichter entsteht, erfolgt im Wärmetauscher und wird
zur Beheizung des Betriebsgebäudes genutzt.
Wärmepumpe mit Wärmetauscher
Sandaufbereitungsanlage
Abluftbehandlungsanlage
Die Abwasservorreinigung ist die stärkste Geruchsemissionsquelle des Klärwerks. Sie ist
deshalb in einem geschlossenen Gebäude mit Abluftbehandlung untergebracht. Die
Abluftreinigung erfolgt in einem zweistufigen Kreuzstromwäscher mit Wärmerückgewinnung
zur Gebäudebeheizung.
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