Klärwerk Süd / Neue Erfolgsgeschichte

Hier im Klärwerk Süd wird heute die Erfolgsgeschichte des Abwasserzweckverbands Heidelberg weiter geschrieben: zum einem mit einem Pilotprojekt zur Hochleistungsfaulung – in Zusammenarbeit mit dem Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik der Fraunhofer-Gesellschaft, Stuttgart – zum anderen mit einer neuartigen Anlage zur Prozesswasserbehandlung, der DEMON - Anlage.
Außerdem befinden sich auf dem Gelände des Klärwerks Süd neben den übrigen technischen Anlagen auch ein Betriebsgebäude mit Büros, Sozialräumen, Werkstätten und einer Schaltwarte.

Vorreinigung

Zwei Drittel des Abwassers, das im Großklärwerk Heidelberg gereinigt wird, fällt auf der südlichen Neckarseite an. Durch zwei Hauptsammelkanäle wird es ins Klärwerk Süd gebracht.
Die Vorreinigung des auf der südlichen Neckarseite anfallenden Abwassers erfolgt analog zur Vorreinigung im Klärwerk Nord. Rechenanlage, Sandfang, Containerstation und Abluftbehandlungsanlage mit Wärmerückgewinnung sind ebenfalls vorhanden.
Das vorgereinigte Abwasser wird im Anschluss mittels vier Propellerpumpen durch den Neckardüker zur weiteren Abwasserreinigung ins Klärwerk Nord gepumpt.
Rechenanlage

Schlammbehandlung

Die Schlammbehandlung umfasst die Voreindickung, die Schlammfaulung, die Nacheindickung, die Entwässerung und als neueste Station die DEMON - Anlage.
Die dem Sandfang, den Vor- und Nachklärbecken und der Filteranlage entnommenen Schwimmstoffe und Schlämme haben einen Wassergehalt zwischen 95 bis 99 %. In den Voreindickern wird das Volumen des angefallenen Klärschlamms auf ca. 10 % des Ausgangsvolumens reduziert.

Nächste Station sind die Faultürme. Die Schlammfaulung erfolgt anaerob mesophil, das heißt ohne Sauerstoff bei 37°C in drei Faulbehältern à 2.500 m³.
Vorgeschaltet ist diesen Faultürmen eine Hochleistungsfaulung zur Verbesserung des Ausfaulgrads und der Methangasausbeute. Durch dieses patentierte „Heidelberger Verfahren" wird der ausgefaulte Schlamm mengenmäßig verkleinert, neue Energie gewonnen und zusätzlich Geld gespart.
Das anfallende Klärgas wird von der Stadtwerke Heidelberg GmbH als regenerative Energie in einem Blockheizkraftwerk energetisch genutzt. Der ausgefaulte und im Volumen reduzierte Faulschlamm wird vor der Entwässerung in die Nacheindicker gegeben. Von den vier Nacheindickern mit jeweils 675 m³ Volumen dienen drei zur Eindickung und als Vorlagebehälter zur folgenden Schlammentwässerung, ein Nacheindicker wurde als Filtratspeicher umfunktioniert. Die Entwässerung des ausgefaulten Schlamms erfolgt mittels zweier Hochleistungszentrifugen. Hier wird der Entwässerungsgrad durch Zugabe von Polymeren von ungefähr vier auf ca. 28 % TS gesteigert. Der Klärschlamm hat trotz des nach wie vor hohen Wassergehalts von nahezu drei Viertel seines Volumens nun in etwa die Konsistenz von Blumenerde. Der so entwässerte Schlamm wird in zwei Silos zwischengelagert, auf LKWs verladen und zur Verbrennung transportiert. Die entwässerte Klärschlammmenge beträgt ca. 15.000 Tonnen pro Jahr.

Schlammentwässerungsgebäude

Hochleistungsentwässerungszentrifuge

Faulgasnutzung
Das in der Faulung anfallende Klärgas wird in einem Blockheizkraftwerk verwertet. Durch die Kraft - Wärme - Kopplung wird eine höhere Effizienz erreicht. Bei der Erzeugung von ca. 3,5 MWh Strom pro Jahr fallen rund 18 MWh Wärme an, die als Heiz- und Prozesswärme zur Verfügung stehen. Das Blockheizkraftwerk wird von der Stadtwerke Heidelberg GmbH betrieben.

Schlammverwertung
Durch intensive Untersuchungen und Beratungen der Einleiter durch die Abwasserüberwachung ist es gelungen, die Schadstoffbelastung im Klärschlamm so gering zu halten, dass die Grenzwerte der Klärschlammverordnung deutlich unterschritten sind. Der Klärschlamm könnte damit auch landwirtschaftlich verwertet werden. Er wird dennoch der Verbrennung zugeführt, um die Anreicherung der noch verbliebenen Schadstoffe im Ackerboden zu vermeiden.

Regenwasserbehandlung
Die Entwässerung im Verbandsgebiet erfolgt als Mischkanalisation, das heißt Regen- und Schmutzwasser werden gemeinsam in einem Kanal abgeleitet. Eine anteilige Regenwasserbehandlung der Verbandsmitglieder Heidelberg und Eppelheim erfolgt im Klärwerk Süd. Hierzu betreibt der Abwasserzweckverband vier Regenüberlaufbecken mit insgesamt 10.000 m³ Volumen.
Jährlich fallen im Verbandsgebiet rund 23 Millionen m³ Abwasser an, die in den beiden Kläranlagen gereinigt werden. Rund 12,5 Millionen m3 davon sind gebührenpflichtiges Schmutzwasser, bei dem Rest handelt es sich um Fremd - bzw. Niederschlagswasser.
Der Trend geht aber eindeutig weg vom Mischsystem hin zum Trennsystem, bei dem Abwasser und Regenwasser in zwei voneinander getrennten Kanälen abgeleitet werden. Während das Abwasser einem Klärwerk zur Reinigung zugeführt wird, wird das Regenwasser über ein gesondertes Leitungsnetz dem am nächsten gelegenen öffentlichen Gewässer zugeführt, sofern es nicht vor Ort versickert oder zum Beispiel zur Gartenbewässerung oder für die WC - Spülung genutzt wird.